Russland bereitet die Einführung seines digitalen Rubels vor - Tests beginnen in wenigen Wochen

Der digitale Rubel, eine digitale Zentralbankwährung (CBDC), könnte in Russland schon in wenigen Wochen eingeführt werden. Nachdem ein Gesetzesentwurf, der der digitalen Zentralbankwährung rechtliche Befugnisse verleiht, bereits letzte Woche von der Staatsduma verabschiedet wurde, stimmte nun auch der Föderationsrat, Russlands oberstes gesetzgebendes Organ, dem Gesetzentwurf zu. Bevor der Gesetzentwurf in Kraft treten kann, bedarf er jedoch noch der Unterschrift von Präsident Wladimir Putin. Wenn er unterzeichnet wird, sollen ab dem 1. August Tests des CBDC durchgeführt werden. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die russische Zentralbank als Plattformbetreiber für den digitalen Rubel fungieren wird. Darüber hinaus enthält der Entwurf rechtliche Definitionen für Benutzer und die Art und Weise, wie Konten bei der Bank geführt werden. Die Einführung des CBDC kommt zu einer Zeit, in der die russische Wirtschaft weiterhin kämpft, insbesondere aufgrund des Krieges mit der Ukraine und den damit einhergehenden westlichen Sanktionen, die den Wert des russischen Rubels mindern. Gemäß dem Gesetzentwurf können russische Bürger Zahlungen und Überweisungen über ihre digitalen Geldbörsen tätigen, die sich entweder auf der Plattform der Zentralbank oder einer der Partnerbanken befinden, mit denen diese zusammenarbeiten wird. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das CBDC ausschließlich für Zahlungen und Überweisungen genutzt werden kann und nicht für Kredite oder Einlagen zur Verfügung steht. Russland reiht sich mit der Einführung des CBDC in die Riege anderer großer Volkswirtschaften wie China und Japan ein, die bereits Pilotprojekte für digitale Währungen gestartet haben. Die Vereinigten Staaten hingegen befinden sich noch im Forschungsstadium, jedoch haben sowohl die Biden-Regierung als auch die Federal Reserve über die möglichen Auswirkungen der Einführung eines digitalen Dollars nachgedacht. Im Gegensatz zu Kryptowährungen wie Bitcoin handelt es sich bei einem CBDC um einen zentralisierten Token, dessen Wert an eine nationale Fiat-Währung gebunden ist. Kritiker von CBDCs argumentieren, dass diese eine große Gefahr für die Privatsphäre darstellen, da die Regierung einen sehr umfassenden Einblick in private Transaktionen erhalten würde. In Russland wurde die Chefin der Zentralbank, Elvira Nabiullina, lange Zeit mit Massenüberwachung in Verbindung gebracht. In Bezug auf CBDCs erklärte sie jedoch, dass die Privatsphäre berücksichtigt werde, jedoch nicht das gleiche Maß an Anonymität ermöglichen würde, wie es bei Bargeldtransaktionen der Fall ist. Der Wechselkurs des Rubels gegenüber dem Dollar hat sich seit Beginn des Krieges mit der Ukraine verschlechtert und liegt nun bei 91 Rubel pro USD. Ein CBDC wird oft als eine Absicherung gegen stark schwankende Landeswährungen beworben. Vor dem Hintergrund steigender Inflation und westlicher Sanktionen gilt der russische Rubel derzeit als eine der am schlechtesten performenden Währungen. - Quelle: Krypto News Austria

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